Herbstkind

Wie sich der Sommer zu Ende neigte
lief ein Junge durch den Wald
traf auf ein Rehkitz, das sich zwischen
fallenden Blättern ihm zeigte

Es sprach zu dem Jungen:
Sag mir, dieser Wald,
ist er nicht von sonderbarer Gestalt?
Selbst bin ich ein Rehkitz, das immer in ihm weilt
Und doch verkenn ich ihn oft
strebt er so sehr nach Veränderung
und verwandelt sich zu jeder Jahreszeit

Sag mir, ihr Menschen vor dem Wald
geht es euch genauso, und worin findet ihr Halt?

Er sprach zu dem Rehkitz:
Wo die Sonne auch steht
und das Jahr gerade rastet
ich bleib derselbe, kenn nur den Vorteil nicht
denn auch so viel auf mir lastet

Ich bin ein Herbstkind
Die hellen Tage liegen hinter mir
die Wärme ist verflogen
Vor mir steht stets die dunkle Zeit
der kalte Winter wartet
die Ruhe unerreichbar weit

Wende mich zurück
leb in der Erinnerung an den Sommer
ängstlich. unsicher.
Ich bleibe ein Herbstkind
und die Dinge nehmen ihren Lauf.

Nur solls keiner merken
drum präsentier ich meine schönsten Farben
setz noch einmal mein wärmstes Lächeln auf

von Kristof Botka

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